Autor Thema: Ausrichten von Turnieren ohne ein Verein oder im Bogensportverband zu sein  (Gelesen 2587 mal)

Offline AST

  • Globaler Moderator
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  • "Primitive" means FIRST - (not worst)
Um welches Risiko geht es eigentlich? Welches Risiko wird denn durch die unterschiedlichsten Versicherungen abgedeckt (private Haftpflicht, Vereinshaftpflicht)?

Sturz im Gelände,
Baum- Astbruch mit Personenschaden,
fehlgeleiteter Pfeil mit folgendem Sach- oder Personenschaden,
Bogenbruch durch unbeabsichtigtes umstürzen / drauftreten,
Kreilaufkollaps aufgrund grosser Hitze und zu wenig Flüssigkeit,
festgefahrene Autos auf der Parkwiese,....


« Letzte Änderung: 16.04.18, 11:44 von AST »
"Primitive" means FIRST - (not worst)

Offline Waldgeist

  • Beiträge: 50
"Das ist einfach der größte Blödsinn ever."   
Ganz falsch!!!
So wenig sich ein Veranstalter aus seiner Verantwortung (Haftung bei schuldhaften Verursachungen) stehlen kan, so sehr
bleibt es bei der Haftung jedes einzelnen Schützen für dessen schuldhafte Verursachungen!
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero

Offline DUDA

  • Beiträge: 14
Also mir ging es bei dem ammThema darum inwieweit die Veranstalter eines Turniers ohne das ein Verein oder ähnliches als offizieller Veranstalter vorhanden ist haftbar ist.

Also sprich die Gleichgesinnten privaten schützen die das Turnier öffentlich ausrichten für Sach und Personenschäden haftbar sind oder nicht.
Auch für alle anderen öffentlichen Auftritte zum Beispiel wenn diese Gleichgesinnten einen Schießstand auf nen Weihnachtsmarkt machen.

Können diese privaten Gleichgesinnten Schützen sich bei einen Sachschaden oder Personenschäden aus der Verantwortung stehlen oder ist diese Gruppe Gleichgesinnter dafür haftbar???

Offline Kuckingen

  • Beiträge: 88
  • Mit freundlichen Grüßen aus dem Salzburger Land!
Für herabfallende Äste wohl kaum. zumindest wird deswegen kein Waldbesitzer erfolgreich verklagt. Die Wegführung, wenn sie gefährlich ist und nicht abgesichert wurde. Fehlender Schutz vor Abprallern. Wenn man nicht in einem Verein organisiert ist, haften alle, die darin verwickelt sind.

Genau deswegen gibt es ja Vereine. Als Organisations und Ansprechpartner.
Dem klugen Schützen gleicht der höhere Mensch. Verfehlt dieser sein Ziel, so wendet er sich ab und sucht die Ursache seines Fehlschusses in sich!

Offline machichmorgen

  • Beiträge: 43
"Das ist einfach der größte Blödsinn ever."   
Ganz falsch!!!
So wenig sich ein Veranstalter aus seiner Verantwortung (Haftung bei schuldhaften Verursachungen) stehlen kan, so sehr
bleibt es bei der Haftung jedes einzelnen Schützen für dessen schuldhafte Verursachungen!

Lesen hilft.

Zitat; Der Schütze haftet ausschließlich bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit.

Ein anderes schuldhaftes Verhalten existiert nicht.

Wenn der Pfeil abprallt und weiter weg Schaden anrichtet, dann ist der Parcours nicht sicher und es geht wieder an den Veranstalter.


Zitat
Können diese privaten Gleichgesinnten Schützen sich bei einen Sachschaden oder Personenschäden aus der Verantwortung stehlen oder ist diese Gruppe Gleichgesinnter dafür haftbar???

Der Veranstalter ist für alles hatbar was im Rahmen des Events passieren kann.
Ganz besonders gilt das für die Sicherheit im und am Parcours.
Und zwar mit dem Privatvermögen, bis zur Privatinsolvenz.
Könnte bei Personenschäden ganz schnell erreicht werden.
Ohne Verein und Versicherung natürlich.

Dafür gibt es extra Versicherungen, wie sie z.B. Veranstalter von Märkten ect haben.
oder beim Bogensport z.B. über den DFBV versichert werden kann, wie es z.B. Vereine machen
die ihr Gelände und vor allem ihre Schützen versichert wissen wollen.

Dazu kommt auch noch die Grundstückshaftung, falls also jemand ausrutscht und sich ein Bein bricht,
weil es irgendwo rutschig und nicht abgesichert ist auf dem Gelände, z,B. bei der Anmeldung.
Waldtypische Gefahren wie herabfallende Äste nicht unbedingt, außer bei Sturm, aber wenn die
Wegführung unter einem Sturmschaden herführt, der dann runterkommt wenn grad einer drunter
herlaufen muss, dann wieder.
Da das Gelände überlassen, also verpachtet wurde, ist der Pächter da in der Pflicht,
auch wenn es nur eine befristete Pacht/Überlassung ist.
« Letzte Änderung: 16.04.18, 22:42 von machichmorgen »

Online Sabiji

  • Beiträge: 403
Die Frage ist, wie tretet ihr nach außen als Veranstalter auf?
Semper Eadem

Offline DUDA

  • Beiträge: 14

Laut Einladung bzw Ausschreibung als Club also als JBC Tiwaz.....

Online Sabiji

  • Beiträge: 403
Das Ding ist, das ihr rechtlich an sich eine GbR seit. Ihr verfolgt ja einen gemeinsamen Zweck. Wenn Ihr auch äußerlich als "Gemeinschaft" in einer Ausschreibung auftretet, zum Beispiel als "Club xy" könnte das als Außengesellschaft gewertet werden, die dann im Falle des Falles auch gemeinschaftlich haften wird.
Irgendwelche "Gesellschaftsverträge" sind nicht zwingend notwendig aber dringend empfohlen. Wenn in Eurem Fall mal was passieren wird, stellt sich sofort die Frage, wer ist "Mitglied" eurer Gemeinschaft. Wenn es dann um Haftung geht - kann ich mir vorstellen - werden einige ja nie wirklich "Clubmitglieder" niemals nie gewesen sein.

Ich kann nur anraten, Euch diesbezüglich eine Rechtsauskunft von einen darin bewanderten Rechtsanwalt einzuholen und alles bezüglich einer Haftung schriftlich festzuhalten.

Es muss ja nix passieren, aber wenn kann es im schlimmsten Falle unübersehbare Folgen haben...
Semper Eadem

Offline Waldgeist

  • Beiträge: 50
Hallo machichmorgen,
sollte ich Dich missverstanden haben, dann sorry. Aber ich glaube, Du siehst die Sache mit der Haftungsfrage doch etwas vereinfacht/verkürzt. Insbesondere mein Hinweis auf die "schuldhafte Verursachung" hat sehr mit dem Ursprung der Schadensentsteheung zu tun. Der Veranstalter kann für alle diejenigen Schäden heran gezogen werden, die von der Bogenanlage, die er ja zur Verfügung stellt und im Zweifel dafür auch einen Obulus fordert/entgegen nimmt, ausgehen. Es kommt stets auf die Umstände an, unter denen sich der nachgewiesene Schaden ereignet hat. Ob der Veranstalter ggf. seinen
Haftungsschden "weiterreichen kann" (etwa an den Verpächter des Grundstücks), bedarf einer separaten Betrachtung!
Zur Haftung der Schützen. Hier gibt es zwei pot. Haftungsebenen, die es zu unterscheiden gilt: Schütze zum Veranstalter oder
Schütze geg. Schütze. Die Haftungsebene Schütze/Schütze kann dem Veranstalter zunächst einmal Wurscht sein; insofern kann und wird er sich auch nicht in deren Risikoabgrenzung (Art der Fahrlässigkeit) einlassen. Anhand eines Beispielfalles wird aber sehr schnell klar, dass die Abgrenzung durchaus problematisch sein kann:
Während einer Veranstaltung kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Schützen über einen materiellen Schaden an der Ausrüstung des anderen in Streit geraten. Es wird lauter und heftiger, wobei sich andere Schützen, die wohlmöglich zu dem Umfeld des einen Schützen zählen, zunächst nur verbal später aber handgreiflich in die Auseinandersetzung einschalten.
Der Veranstalter unternimmt nichts; er geht davon aus, dass ihn "die Sache nichts angeht."
Soviel zu dem unschönen, jedoch aus dem Leben gegriffenen Ereignis. Ein klassischer Fall für die Rechtssprechung, die sich mit der Herausarbeitung der Haftungsebenen und der Haftungsbeziehungen beschäftigen darf.
Im wirklichen Leben ist es eben oftmals komlexer, als es die AVB erscheinen lassen. Vor den Erfahrungen kann sich der Veranstalter nicht schützen; aber bei einem durchdachten Risikomanagement kann er sich aber (weitestgehend) vor unüberschaubaren persönlichen Konsequenzen schützen.
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero

 

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