Autor Thema: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht  (Gelesen 1248 mal)

Offline Landbub

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Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« am: 14.11.17, 16:16 »
Hallo - es ist Herbst und ich bin mal wieder auf dem Trip, nähe München ab Frühjar 2018 einen Parcours zu bauen. Der Waldbesitzer zieht mit, will aber natürlich Geld sehen. Es muss sich also rentieren. Die Idee ist, ein vorhandener Sportverein pachtet den Wald dafür, der Besitzer bekommt einen vereinbarten Betrag als Pacht und hat sonst nix damit zu tun.
Und jetzt kommen wir wie bei jeder Gründung einer "Unternehmung" zum Bewertung des Risikos. Der Verein will kein Geld verdienen, aber auch nicht drauflegen.

Einmalkosten:
Für 28 Ziele, anfangs noch keine Gruppen, braucht man geschätzt im Durchschnitt 400 EUR / Ziel, Kostet 11k
Kleingram wie Schilder / Pflöcke / gelegentlich backstopp = 2k
Anlegen vom Parkplatz (Wiese weg, Kies hin für 5 bis 10 Autos) = X
Summe: ca. 15k
Sagen wir: Muss sich auf 3 Jahre rentieren: 5k / Jahr

Laufende Kosten:
Für einen turniertauglichen Parcours braucht man je nach Gelände 6 bis 10ha Wald. Kostet X EUR / ha / Jahr
Ersatzbeschaffung Ziele. evtl 1/3 pro Jahr? Hält ein Tier 3 Jahre? = 3500 EUR / Jahr. Mehr Leute, mehr Löcher, früher kaputt aber auch mehr EUR in der Kasse. Schwierig abzuschätzen.
Versicherungen, Verbandsmitgliedschaft = X EUR / Jahr

Wir sind hier in einer einkommensstarken Gegend, ich denke 14 EUR für den Erwachsenen sollte zu realisieren sein. Kinder wollen wir fördern. Bis 12 Jahre nix, 12 bis 18 dann dann 8 EUR. Oder anders. Nur um Beispiele zu nennen.

Der Parcorus wäre per Auto in 15 min vom Münchener südlichen Stadtrand zu erreichen. Von Starnberg 10 Minuten. Öffentlich leider schlecht. S7 und dann 30 Min. laufen.

Die Alternative: Kein Verein, sondern gewerblich, um dann auch die Ziele abschreiben zu können. Hat das mal jemand gerechnet? Macht das jemand? Ich will nur nicht draufzahlen müssen, muss nicht davon leben können, gleichwohl wäre dem FA die Gewinn-Absicht nachzuweisen.

hab ich bei dieser Aufstellung irgendwas essentielles vergessen?
Weiss jemand, wieviel Rabatt man bei einem Zielhersteller (Schosi, SRT, Leipold, etc) bekommt, wenn man da 28 Tiere für 11k Liste einkauft?
Ich würde dann mal vesuchen, die X zu füllen und sehen, ob sich das aufgeht.


Offline Waldgeist

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #1 am: 14.11.17, 19:44 »
Moin Landbub,
zwei Dinge sind mir sogleich aufgefallen: a. Setzt die Kosten für die Herstellung der Parkfläche für Pkw mal deutlich höher an.
Lass Dir einfach von einem Tiefbau- oder Landschaftsbauunternehmen ein Angebot erstellen und rechne das Angebot auf
Eigenerstellung um. Wiese weg und Kies d`rauf? Und bedenkt auch, dass die Kiesschüttung sich "verliert" d.h. ihr müsst immer wieder mal nachschütten. Sofern der Grund gut trägt, ist u.U. eine wassserdurchlässige Fläche aus sog. Rasengittersteinen besser. b. zu den fixen Kosten gehören auch eine Betriebshaftpflichtversicherung, da ihr ja die Anlage ja auch öffentlich vermietet/betreibt sowie evtl. anfallende Abgaben c. Über kurz oder lang braucht ihr bestimmt auch noch einen Geräte-container/Bauwagen oder dergl. Selbst als Gebrauchtgerät fallen auch dafür fixe Kosten an. d. Kommt bzw. käme euer Gelände denn ohne jegliche Umzäunung aus? Umzäunung ist leider richtig teuer!
Übrigens darf sich auch ein gemeinnütziger Verein wirtschftlich betätigen!
soviel erstmal.
so long
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero

Offline Landbub

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #2 am: 14.11.17, 21:34 »
Danke!!

Die Kiesschüttung muss ja nicht sein. Ich kenne genug Parcours, wo man einfach auf der Wiese parkt.  Ich dachte nur, weil ein guter Bekannter reine Tiefbaufirma inkl. Kiesgrube hat, dass man das hat ein wenig "schöner" machen kann.

Wegen Zaun. Das ist nicht vorgesehen, da auch gar nicht erlaubt. Man kann eine Jungbaumschonung einzäunen um diese vor Verbiss zu schützen, aber nicht einen ganzen Waldteil und damit Menschen (die in Bayern das Recht haben, auch Privatwald zu betreten) und vor allem das Wild behindert wird. In dem vorgesehen Wald gibts jede Menge echtes Wild. Es müssen viele Schilder aufgestellt werden "Vorsicht Bogensportgelände, betreten auf eigene Gefahr"

Betriebshaftpflicht auch, wenn der Betreiber ein Verein ist? Der Verein hat ja eh eine Haftpflicht.

Container ist ein guter Punkt. Vermutlich eher sowas wie ein alter Bauwagen, der kein Fundament braucht.

Offline c70bear

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #3 am: 15.11.17, 07:18 »
Unser Waldbesitzer bekommt jedes Jahr den Gewinn  der vom Verein übrig bleibt!
Hat natürlich ein Risiko aber sonst hät er nichts für die Spaziergänger im Wald!
Für den Diener ist der König nur ein Hanswurst

Club 52"

Offline Marcus

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #4 am: 15.11.17, 08:21 »
Der Parcours soll öffentlich und in Bayern sein? Dann braucht es, zumindest wenn ich das richtig verstanden habe, die Genehmigung einer Behörde (glaube Untere Naturschutz Behörde, bin mir aber nicht sicher) und auf jeden Fall eine Abnahme von einem Sachverständigen. Da der Parcours Öffentlich ist, reicht die Haftpflichtversicherung des Vereins eventuell nicht aus. Da würde ich mich genauestens erkundigen, das kann ziemlich teuer werden.
Zum Rechenbeispiel, ein erfahrener Controller hat mir mal folgendes auf den Weg mitgegeben:
1. Es kostet das doppelte.
2. Es bringt vielleicht nicht mal die Hälfte
3. Es macht nur halb so viel Spaß.
Das beherzige ich seither und bin damit nie schlecht gefahren  :wow:
Zu den Kosten pro Tier. Ich glaube da liegst du etwas daneben. Wenn der Parcours 28 Ziele hat, brauchst du 7 von jeder Kategorie, da wird's mit 400 im Schnitt eher eng.
Ansonsten bin ich gespannt, ob das klappt. Unser Verein baut gerade einen nicht Öffentlichen Parcours. Und das ist schon jede Menge Schererrei...

Offline Landbub

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #5 am: 15.11.17, 09:36 »
Der Parcours soll öffentlich und in Bayern sein? Dann braucht es, zumindest wenn ich das richtig verstanden habe, die Genehmigung einer Behörde (glaube Untere Naturschutz Behörde, bin mir aber nicht sicher) und auf jeden Fall eine Abnahme von einem Sachverständigen.

Auch wenn es Privatwald ist? Ich dachte, die Behörden mischen nur dann mit, wenn es Gemeindewald wäre oder man etwas bauen will, was genehmigungspflichtig ist. Wie eine kleine Hütte oder so. Drum oben "Bauwagen" und nicht "Gartenhäuschen"

Offline AKie

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #6 am: 15.11.17, 10:14 »
bzgl. Genehmigung(en):

Aus der Erfahrung unserer Vereinsgründung (und jetzt Geländeverlagerung):

Genehmigung - egal ob privat oder öffentlich - der unteren Naturschutzbehörde sowie ggf. der Jäger (bzw. Jagdpächter) ist erforderlich!

lg
und viel Erfolg
AKie
Wie kann man treffen, wenn einem ein Visier den Blick aufs Ziel versperrt?


Offline Landbub

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #7 am: 15.11.17, 11:58 »
Waldbesitzer = Förser = Jäger = Compundschütze in personalunion. Insofern wird dieser Teil der einfachere. Aber ja, ich habe schon bisweilen gemerkt, dass man Stress vermeiden kann, wenn man das LRA und die Gemeinde dazunimmt. Das soll kein Problem sein, zur not werde ich CSU Mitglied.

Offline rabu

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #8 am: 15.11.17, 12:26 »
Ich schiesse ja gern Bogen, aber irgendwo hört der persönliche Einsatz auch auf!     :wow:
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Offline Brerahtol

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #9 am: 15.11.17, 13:22 »
@ rabu:
Wenn alle so denken würden, gäbe es keine Parcours zum Schießen  :bash:
Der Weg ist das Ziel!

Offline Waldgeist

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #10 am: 15.11.17, 13:32 »

Die Kiesschüttung muss ja nicht sein. Ich kenne genug Parcours, wo man einfach auf der Wiese parkt.  Ich dachte nur, weil ein guter Bekannter reine Tiefbaufirma inkl. Kiesgrube hat, dass man das hat ein wenig "schöner" machen kann.

Ich denke, es gibt u.U. Tage, wo eure Parkflächen ohne Befestigung nicht befahrbar sein könnten (=Einnahmeverlust).

Wegen Zaun. Das ist nicht vorgesehen, da auch gar nicht erlaubt. Man kann eine Jungbaumschonung einzäunen um diese vor Verbiss zu schützen, aber nicht einen ganzen Waldteil und damit Menschen (die in Bayern das Recht haben, auch Privatwald zu betreten) und vor allem das Wild behindert wird. In dem vorgesehen Wald gibts jede Menge echtes Wild. Es müssen viele Schilder aufgestellt werden "Vorsicht Bogensportgelände, betreten auf eigene Gefahr"

Oh wie prckelnd: Verdammt - der Rothirsch war ja echt! :red:

Betriebshaftpflicht auch, wenn der Betreiber ein Verein ist? Der Verein hat ja eh eine Haftpflicht.

Dann muss das Risiko (Betrieb eines öffentlichen Parcours mit Einnahmeerzielung) in der Police abgedeckt sein!

Container ist ein guter Punkt. Vermutlich eher sowas wie ein alter Bauwagen, der kein Fundament braucht.
„Jeder Mensch kann irren, aber Dummköpfe verharren im Irrtum!“
Cicero

Offline rabu

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #11 am: 15.11.17, 13:33 »
@ rabu:
Wenn alle so denken würden, gäbe es keine Parcours zum Schießen  :bash:
Nein, bitte nicht falsch verstehen, jeder der sich die Arbeit macht einen Parcour zu betreiben hat meinen größten Respekt,
das war ein kleiner Scherz in Richtung CSU - Mitgliedschaft. Deswegen auch der Smily dahinter.

Gruß
Ralf
Leben ist das, was abläuft während man etwas anderes plant.
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Offline Marcus

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #12 am: 15.11.17, 15:06 »
Wegen Genehmigung der Behörde kann ich am Freitag mehr sagen, da kommt jemand von der Naturschutzbehörde bei uns vorbei. Unverbindlich. Ich weiß nicht sicher, ob öffentlich oder privat eine Rolle spielt, aber das hab ich aus einer recht zuverlässigen Quelle mal so gehört. Wie gesagt, am Freitag weiß ich mehr.

Offline OKOK-Klaus

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #13 am: 16.11.17, 10:45 »
Ortstermin.. das ist schon mal gut.
Ob der Waldbesitzer Jäger ist, spielt erst mal keine große Rolle,
die Jägervereinigung wird von der Naturschutzbehörde gehört.
Vitamin B ist da dann schon gut.

BAUGENEHMIGUNG!
Das bringt dir Rechtssicherheit.
Wenn ein böser Nachbar die getüpfelte Spuckkröte aus dem Hut zaubert, wird deine Naturschutzrechtliche Genehmigung einfach widerrufen.

Evtl. brauchst du ein avifaunistisches Gutachten, das sagt er dir dann am FR schon.

Klaus
 
Autauga County Bowhunters

Offline Marcus

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Re: Parcourserfahrung als Betreiber gesucht
« Antwort #14 am: Gestern um 12:47 »
Also, das mit der Naturschutzbehörde ist quatsch. Außer du planst bauliche Veränderungen wie eine Hütte oder so. Und es ist egal ob Öffentlich oder Vereinsintern.
Jäger und Jagdpächter können, wenn der Waldbesitzer sein ok gibt, quasi ignoriert werden. Gefragt werden sollten sie natürlich trotzdem.
Versicherung sollte direkt mit der Versicherung geklärt werden, da gibt's wohl große Unterschiede.
Edit: wenn in dem Parcoursgelände ein Biotop oder sowas ist, ist es natürlich etwas anderes. Dann gibt's Auflagen, die zu beachten sind.

 

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